Max Rüedi

29.03.1925 – 07.06.2019

Eigenwillig-philosophisch, unheimlich und irrsinnig gross

Der eigenwillige, studierte Philosoph bemerkte schon früh, dass er mehr Bilder als Worte innehatte. Daraus entstand sein umfangreiches, «viel-seitiges» und «einzig-ART-iges» Kunstwerk, welches sich mit allen Facetten der Welt, des Lebens und des Sterbens befasste. Das einzig-ART-ige bezieht sich sowohl auf den Maler selbst als auch auf dessen Kunst. Zusammengebracht ist alles in farbigen Bildnissen, die zum Nachdenken anregen und einen verweilen lassen. Es sind Themen, Fragen und manchmal Antworten welche die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigen, mit oft grossen, philosophischen Inhalten, bei denen die Menschen anstehen. 

In Rüedis Bildern erkennt man das menschliche «Stottern»

Erscheint es nicht «fürchterlich» und «eindrücklich», wie aus der Tierwelt ein Mensch entstehen kann, welcher die Fähigkeit hat über sich nachzudenken? Wie dieser Mensch immer wieder stolpert und sich verirrt, wieder aufsteht, staunt, wütend ist und sich dennoch freuen kann bis zu dem Punkt, an dem er stirbt, dieser Mensch? Max Rüedi aber hörte an diesem Punkt nicht auf, er machte weiter und hatte Fragen – viele Fragen. Er staunte immer wieder über die Farbigkeit der Welt und die Menschen; über jede und jeden als ganz persönliches Individuum, und doch allesamt gleich.  

«Wir sind doch alle zu blöd, um das Ganze zu verstehen!» 

Das waren oft seine Worte dazu. Nun ist er dort, wo er sich so oft vorgestellt hat zu sein, irgendwo zwischen Himmel und Hölle, oder auch nicht, denn wie gesagt, wir sind doch alle zu blöd, um das zu verstehen. Herausragend wach und sinnig sind seine unzähligen Radierungen und Zeichnungen, seine umfassende Sammlung an Leinwand – und Aquarellbildern sowie seine frühen Werke, die bislang noch unter Verschluss waren. Viele sind seiner Kunst bereits in diversen öffentlichen Bauten begegnet, ohne seinen Namen zu kennen. Andere haben sein Werk vielleicht bei Ausstellungen, etwa im Helmhaus oder im Strauhof in Zürich oder im Romerohaus Luzern, bewusst wahrgenommen oder seine Illustrationen im «Tagesanzeiger-Magazin», im «Aufbruch» oder in der «Miriam» gesehen.  

Ausstellungen Werke im öffentlichen Raum